Ermöglichen Sie Kunst!

Liebe Freundinnen und Freunde der Oper

Das Opernhaus Zürich spielt mit einem Angebot von 12 Neuproduktionen, 20 Wiederaufnahmen und über 300 Veranstaltungen pro Jahr in der Champions League der grossen Opernhäuser ganz vorne mit. Ein Spielplan von so gigantischem Ausmass braucht Platz für Dekorationen, die gelagert werden müssen. Und Platz findet sich am Stadtrand von Zürich, im Lager Kügeliloo in Oerlikon. Dahin fahren tagtäglich unsere roten Kulissenwagen.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen auf Ihrem Lieblingsplatz im Opernhaus und freuen sich, während der nächsten Stunden in eine glanzvolle Welt einzutauchen. «Der Rosenkavalier» steht auf dem Programm. Die ersten Takte ertönen, der Vorhang hebt sich – irritiert blicken Sie auf eine schwarze Bühne. Die Feldmarschallin, hochkarätig besetzt mit Krassimira Stoyanova, hat ihren ersten grossen Auftritt, ihre Schritte hallen durch den leeren Raum.

Was ist passiert? Wieso steht die Bühne ohne Kulissen da? Wo ist die üppige Ausstattung, von der alle geschwärmt haben?

Oerlikon, Lager Kügeliloo: Die Ausstattung ist bereit für den Transport ans Opernhaus. Nur das Zugfahrzeug, welches die tonnenschweren Kulissenwagen durch die Stadt fährt, ist in Reparatur. Kein Zugfahrzeug – keine Kulissen auf der Bühne. Damit das nicht passiert, müssen wir dringend ein Fahrzeug ersetzen.

Welche hochkomplexe Logistik nötig ist, um den vielfältigen Spielbetrieb an unserem Opernhaus aufrecht zu erhalten und weshalb diese leistungsfähigen Zugmaschinen dafür zwingend notwendig sind, erfahren Sie im nachfolgenden Film zum Thema Kulisse sowie im Interview mit unserem Technischen Direktor Sebastian Bogatu.

Ermöglichen Sie Kunst! Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung und auf viele wunderbar ausgestattete Vorstellungen!


Erfahren Sie in diesem Film, warum täglich Kulissenwagen quer durch die Stadt Zürich fahren.



Hochkomplexe Logistik: Der Kulissentransport am Opernhaus Zürich

Ein Gespräch mit Sebastian Bogatu, Technischer Direktor am Opernhaus Zürich

Herr Bogatu, in der Stadt sieht man immer wieder Anhänger des Opernhauses mit einem roten Auto davor. Was wird in diesen Anhängern transportiert?
Mit unseren Transportfahrzeugen holen wir die Dekorationen aus unseren Lagerhallen ins Opernhaus und bringen sie wieder in die Lager zurück.

Gibt es denn im Opernhaus selbst keinen Platz, um diese Dekorationsteile zu lagern?
Nein, den gibt es nicht. Im Keller und draussen im Bereich der Anlieferung an der Falkenstrasse ist der Platz äusserst beschränkt. Hier etwas zu lagern, kommt einem Tetris-Spiel gleich. Das Opernhaus hat auch keine Seiten-, Hinter- oder Unterbühnen, in denen man eine ganze Dekoration zusammengebaut lagern könnte. Daher ist es nicht möglich, ein Bühnenbild wie Così fan tutte für eine Probe am Morgen einfach mal kurz zur Seite zu schieben, um am Abend dann Don Giovanni zu spielen. An einigen anderen Opernhäusern ist das durchaus machbar. In Zürich hingegen müssen wir die Così komplett abbauen und sie durch den Lift auf die Falkenstrasse bringen. Wir sind also auch während einer Vorstellung auf externe Lager angewiesen, was viele Fahrten mit unseren Transportfahrzeugen mit sich bringt. Da wir ein Repertoire-System haben und dem Publikum ein möglichst abwechslungsreiches Programm anbieten wollen, zeigen wir bis zu sechs verschiedene Produktionen in einer Woche. Man muss wissen: Eine einzige Produktion benötigt ungefähr zehn Kulissenwagen für die Dekoration. Das bedeutet, dass wir in einer Woche Material von 50 bis 60 Kulissenwagen verschieben müssen!

Ist die Raumsituation in Zürich vergleichbar mit anderen Opernhäusern?
Nein. Dieses Problem betrifft das Opernhaus Zürich mehr als andere Häuser. Es gibt Opernhäuser, die ihre Dekorationen, die sie grad benutzen, im Haus lagern können. Das Theater Luzern beispielsweise erreicht sein Lager durch einen unterirdischen Gang. Das Opernhaus hat aufgrund seiner Lage in der Stadt keine solche Möglichkeit.

Haben die speziellen Platz- und Lagerverhältnisse auch einen Einfluss auf das jeweilige Bühnenbild, ja sogar auf seine Ästhetik?
Nicht wirklich. Unsere Lagersituation führt höchstens dazu, dass wir bei ganz grossen Bühnenbild-Entwürfen den Bühnenbildner darauf hinweisen, dass das Bühnenbild für uns einfach zu gross ist, und wir wegen unseres sehr dichten Spielplanes keine Zeit für dessen Aufbau haben. In einem solchen Fall suchen wir gemeinsam mit den Bühnenbildnern nach Lösungen, um das Volumen des Bühnenbildes zu verkleinern. Die Beschränkung der Grössen für Bühnenbilder richtet sich einerseits nach der Logistik des Auf- und Abbaus – und andererseits, das mag jetzt überraschen –, nach unserem Warenlift, der die Dekoration von der Strasse auf die Bühne bringt. Er ist das entscheidende Mass. Kein einziges Dekorationsteil darf grösser sein als dieser Lift. Das Lager, in dem die Dekorationen eingelagert werden, hat Regale, die genau dieser Liftgrösse entsprechen. Genauso entsprechen unsere Dekorationswagen, die man durch die Stadt fahren sieht, der Grösse dieses Liftes.

Wo liegt das Lager für die Kulissenteile?
Unser nächstes, modernstes und grösstes Lager ist in Oerlikon und wird zur Zeit saniert und ausgebaut. Nach Abschluss der Sanierungen im nächsten Jahr werden wir dort ungefähr 800 dieser Dekorationswagen in einem verschiebbaren Hochregal von bis zu zwölf Metern Höhe einlagern können. Das ist sehr imposant. Während der Sanierung lagern wir noch Dekoration in drei Lagerhallen ausserhalb von Zürich. Die Fahrten dorthin dauern natürlich viel länger.

Wie sieht der Ablauf für den Transport genau aus?
Das ist unterschiedlich. Es gibt Wochen, in denen wir vier bis fünf verschiedene Produktionen spielen, es gibt aber auch Wochen, in denen wir nur drei Produktionen haben, die vielleicht weniger Dekorationen brauchen: vielleicht ist ein Ballett dabei, das im Durchschnitt nur acht Dekorationswagen braucht. In einem solchen Fall können wir eine Woche lang die meisten Dekorationen im Haus selbst und auf der Falkenstrasse lagern. Dann müssen unsere Fahrer eher weniger fahren. Anders an einem Wochenende: Wenn wir am Sonntag eine Doppelvorstellung haben, ist unser Haus oft so vollgestellt, dass die Produktion, die am Samstagabend gespielt wurde, aus dem Haus gebracht werden muss. Dann wird sie Samstag nachts oder am Sonntag früh weggefahren und kommt am Dienstag wieder zurück ins Opernhaus.

Was passiert, wenn es in der Stadt einmal Stau gibt?
Wir holen die Bühnenbildteile für die Vorstellung, die wir am Abend spielen, selbstverständlich nicht erst am Vorstellungstag ins Haus! Unsere Transportleute kennen die Ausweichrouten bei starkem Verkehrsaufkommen und fahren natürlich gerne ausserhalb der Stosszeiten. Schwierig wird es auf der Autobahn nach Winterthur, wo eines unserer Lager steht. Da verlieren die Fahrer durchaus mal zwei Stunden im Stau.

Wie viele Fahrzeuge stehen denn für die Transporte zur Verfügung?
Um den Spielbetrieb reibungslos durchführen zu können, benötigen wir vier Fahrzeuge. Eines dieser Fahrzeuge ist in die Jahre gekommen. Es besteht die Gefahr, dass es jederzeit ausfallen könnte. Deshalb muss es dringend ersetzt werden.

Nach welchen Kriterien wählen Sie das Fahrzeug aus?
Das Fahrzeug muss die nötige Kraft haben, die bis zu sechs Tonnen schweren Kulissenwagen zu ziehen. Die meisten Kilometer werden in der Stadt gefahren, im Stop-and-go-Modus. Die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit sind dementsprechend gross. Mit den Wagen der Firma Dodge haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Autos sind gut reparaturfähig und haben eine lange Lebensdauer. Die Standardausführung können wir nach unseren Bedürfnissen mit zusätzlichen Spezialausbauten bestellen. Das wichtigste Kriterium überhaupt ist jedoch die Tatsache, dass wir keine Bewilligung für die Transporte benötigen. Wir können mit den Dodges an 24 Stunden sieben Tage die Woche fahren. Die hochkomplexe Logistik, die unser Spielbetrieb erfordert, ist ohne diese Fahrzeuge nicht durchführbar. Eine Bühne ohne Ausstattung – stellen Sie sich das mal vor!



Das Gespräch führte Martina Büchi.



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Für alle Spenden ab CHF 1OO
- Auf Wunsch Verdankung und namentliche Nennung auf unserer Website sowie im Mitgliederverzeichnis der Freunde der Oper Zürich


Bei Spenden von CHF 5OO bis 2’OOO
- Der Technische Direktor Sebastian Bogatu führt Sie durch das Lager Kügeliloo und weiht Sie in die hochkomplexe Logistik des Kulissentransports ein.


Bei Spenden von CHF 2’OOO bis 5’OOO
- Die zwei prominenten Reiseleiter Andreas Homoki und Sebastian Bogatu fahren am 16. Januar 2O19 gegen Abend mit Ihnen ins Lager Kügeliloo und erzählen während der Fahrt im Reisebus Wissenswertes rund um das Thema Kulissen. Es folgen eine kurze Führung im Kügeliloo und ein Aperitif mit musikalischer Begleitung im Opernhaus.


Bei Spenden von CHF 5’OOO bis 1O’OOO
- Die zwei prominenten Reiseleiter Andreas Homoki und Sebastian Bogatu fahren am 16. Januar 2O19 gegen Abend mit Ihnen ins Lager Kügeliloo und erzählen während der Fahrt im Reisebus Wissenswertes rund um das Thema Kulissen. Es folgen eine kurze Führung im Kügeliloo und ein Aperitif mit musikalischer Begleitung im Opernhaus.
- Sie sitzen am 3. März 2O19 während der Vorstellung von Richard Strauss' Der Rosenkavalier im Publikum. In den beiden Pausen begleiten wir Sie auf die Bühne, wo Sie die schnellen Umbauten hinter dem Vorhang erleben. Da dies die allerletzte Vorstellung dieser Produktion ist, dürfen Sie Ihre Lieblingsrequisite als Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen.


Bei Spenden ab CHF 1O’OOO
- Die zwei prominenten Reiseleiter Andreas Homoki und Sebastian Bogatu fahren am 16. Januar 2O19 gegen Abend mit Ihnen ins Lager Kügeliloo und erzählen während der Fahrt im Reisebus Wissenswertes rund um das Thema Kulissen. Es folgen eine kurze Führung im Kügeliloo und ein Aperitif mit musikalischer Begleitung im Opernhaus.

- Sie erleben Cecilia Bartoli am 8. Januar 2O19 in Georg Friedrich Händels Semele für einmal aus ganz ungewöhnlichen Perspektiven: Sie sitzen im Bühnenportal, auf der Seitenbühne und beim Inspizienten – mitten im Geschehen.
- Auf Wunsch gehört der Beifahrersitz im Zugfahrzeug neben Chauffeur Otto Baumer für eine Fahrt ins Kügeliloo und zurück Ihnen. Anpacken inklusive!


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