Liebe Freundinnen und Freunde der Oper,

Zürich ist ein Geburtsort von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen. Hier hat der deutsche Komponist die Ideen zu seinem Opernzyklus entwickelt, den Dramenentwurf verfasst und grosse Teile der Komposition zu Papier gebracht. Allein deshalb hat die Stadt eine besondere Nähe zu dem vier Abende  und 16 Stunden Musik umfassenden Riesenwerk, das die Opernenthusiasten weltweit bis heute in seinen Bann zieht. Die Werke, mit ihren ausserordentlichen Stücklängen und den gewaltigen Anforderungen, was Sängerbesetzung, Orchestergrösse und Disposition angeht, erfordern intakte Arbeitsstrukturen, viel künstlerische Erfahrung und lange Vorbereitungszeiten. Genau deshalb ist die Zeit nun reif für ein neues Ring-Abenteuer in Zürich. 

Unterstützen Sie uns bei dieser grössten Herausforderung, die das Opernrepertoire zu bieten hat, und seien Sie als Mitglied im Ring-Zirkel aktiv dabei, wenn der neue Ring für Zürich geschmiedet wird. Wir freuen uns auf einen intensiven Austausch mit Ihnen.

Mit herzlichen Grüssen und grossem Dank

Andreas Homoki 
Intendant und Regisseur des neuen Ring der Oper Zürich

Dr. Harold Grüninger
Präsident der Freunde der Oper Zürich

Werden Sie Mitglied im Ring-Zirkel!

Regisseur und Dirigent des neuen Ring, Andreas Homoki und Gianandra Noseda, begeben sich für Sie auf Spurensuche

Richard Wagner in Zürich

Wer sich mit Richard Wagners Beziehung zu Zürich beschäftigt, der stösst meist als erstes auf einen Skandal – seine Liebesaffäre mit Mathilde Wesendonck, der Frau seines Freundes und Mäzens Otto Wesendonck, der nicht nur Wagners horrende Schulden immer wieder grosszügig tilgte, sondern ihm auch eine Unterkunft zur Verfügung stellte; dieses idyllisch gelegene Häuschen neben der Villa Wesendonck, dem heutigen Museum Rietberg, ist als Wagners «Asyl» bekannt geworden. Doch Richard Wagners Beziehung zu Zürich ging weit über die erwähnte Liebesaffäre hinaus: Neun Jahre lebte er hier, länger als in jeder anderen Stadt; grosse Teile seines Hauptwerks, Der Ring des Nibelungen, sind hier in Zürich entstanden, und als Dirigent eigener und fremder Werke bereicherte er das damalige Zürcher Kulturleben ganz ausserordentlich. Die Zürcher Jahre waren die dichtesten und produktivsten in Wagners Leben.

Als er 1849 in Zürich eintraf, hatte Wagner alles verloren – seine private Welt war zusammengebrochen, seine Karriere lag in Trümmern. Hals über Kopf war der damalige Hofkapellmeister aus Dresden geflohen, wo er wegen seiner Beteiligung am Dresdner Aufstand steckbrieflich gesucht wurde; wegen Hochverrats drohte ihm wenn nicht der Strick, dann doch zumindest eine lange Gefängnisstrafe.

Das eigentliche Ziel der Flucht war Paris, doch von dort kehrte er nach nur acht Tagen wieder nach Zürich zurück. Hier kam er zunächst im Rennweg bei seinem Freund unter, dem Musikerkollegen Alexander Müller; Müller hatte 1847 mit Wagners Fliegendem Holländer erstmals eines seiner Werke in Zürich aufgeführt.
Müller und einigen weiteren Freunden las Wagner schon kurz nach seiner Ankunft aus seiner Dichtung Siegfrieds Tod vor, der Keimzelle dessen, was später der Ring des Nibelungen werden sollte. Als dann seine Familie nachzog – neben seiner Frau Minna auch deren Tochter Natalie mitsamt Hund und Papagei –, musste eine andere Unterkunft gefunden werden. In der düsteren, engen und kalten Wohnung in der Steinwiesstrasse war die finanzielle Not für Wagner besonders schmerzhaft spürbar. Der Umzug in die Lavaterstrasse brachte Erleichterung; in der als «Villa Rienzi» bezeichneten neuen Wohnung nahm Wagner die Arbeit an seiner Nibelungendichtung wieder auf, und einige seiner berühmtesten Kunstschriften wie das Kunstwerk der Zukunft und Oper und Drama, aber auch die antisemitische Schrift Das Judentum in der Musik sind hier entstanden.

Ich fühle mich in Zürich wieder sehr wohl, und nach meiner Wahl möchte ich in der ganzen weiten Welt nicht anderswo leben als hier. 

Richard Wagner im Juli 1850 an Theodor Uhlig

Der Ring im Baur au Lac

Im September 1851 zog Wagner mit seiner Familie in den Zeltweg, er bewohnte zunächst eine Wohnung in der Nummer 11. Hier schloss er die Dichtung zum Ring des Nibelungen 1853 ab. Im selben Jahr fand im Hotel Baur au Lac die erste öffentliche Lesung dieser Dichtung statt: Wagner selbst trug an vier aufeinanderfolgenden Abenden alle vier Teile vor – offenbar mit einer «Inspiration, Empfindung und dramatischen Lebendigkeit», die das «Publikum beinah bis zur Illusion einer äusseren Darstellung hinriss», wie die Eidgenössische Zeitung begeistert schrieb.

Wagners Verschwendungssucht ist legendär; wegen einer exorbitant teuren neuen Wohnungseinrichtung hat er sich 1853 in der Annahme, nun werde in Zürich bald das Wagner-Fieber ausbrechen, schwer verschuldet. «Die Vorwürfe, die ich mir wegen dieser Einrichtung zugezogen habe, kann ich durch nichts entkräftigen, als durch Berufung auf gewisse Vorgänge in meinem Inneren», schrieb er an seinen Freund Johann Jakob Sulzer und bat ihn um finanzielle Unterstützung; um die Komposition des Ring des Nibelungen zu beginnen, war für ihn eine luxuriöse Umgebung unerlässlich. Im Zeltweg 13 bezog er anschliessend sein mit 200 Quadratmetern bis dahin komfortabelstes Domizil; hier komponierte er in einem regelrechten Schaffensrausch Das Rheingold, Die Walküre und den ersten Akt des Siegfried. 1856 kam es zur ersten öffentlichen Aufführung eines Teils aus dem Ring-Zyklus: Im Hotel Baur au Lac erklang der erste Aufzug der Walküre. Wagner selbst sang die Partien des Siegmund und Hunding, Franz Liszt sass am Klavier.

Zürich wird keine Wagner-Stadt

Die Hoffnung auf ein baldiges Wagner-Fieber in Zürich wurde zwar am Ende enttäuscht, war aber vorübergehend nicht ganz unbegründet: Im Mai 1853 erlebte Wagner den grössten Triumph seiner Zürcher Zeit. Dank dem finanzkräftigen Industriellen Otto Wesendonck konnte Wagner eine Konzertreihe mit Ausschnitten aus Rienzi, Der fliegende Holländer, Tannhäuser und Lohengrin veranstalten, organisierte dafür auswärtige Musiker und einen Chor und verfasste ein 16seitiges Programm mit Erläuterungen. In diesen Konzerten war die Idee der späteren Bayreuther Festspiele vorgeprägt; er dachte sehr ernsthaft darüber nach, in Zürich ein Theater nach seinen Vorstellungen zu errichten und den gesamten Ring in Zürich zur Uraufführung zu bringen. Eine Aufführung des Tannhäuser am Zürcher Aktientheater sollte als Prüfstein für das Projekt dienen. Dass sich diese Idee nicht realisieren liess, weil die Stadt nur mässiges Interesse zeigte und sich ausser Otto Wesendonck keine weiteren Mäzene fanden, enttäuschte Wagner, und er zog sich aus dem öffentlichen Leben mehr und mehr zurück.

Im April 1857 bezogen Wagner und seine Frau Minna das «Asyl» direkt neben der Villa Wesendonck, das Wagner fern vom Stadtlärm die schon länger ersehnte Ruhe bot. Hier setzte Wagner die Komposition des Siegfried fort, unterbrach die Arbeit aber im Sommer desselben Jahres und sollte sie erst 1864 in München wieder aufnehmen. Grund für diese Unterbrechung war die erwähnte Liebesaffäre mit Mathilde Wesendonck – und
die nicht zuletzt dadurch inspirierte Komposition des Tristan. Im August 1858 flog die Affäre auf, und Wagner musste – wieder einmal – eine Stadt fluchtartig verlassen.

Ein neuer Ring für Zürich

Die Hauptrollen

Wotan/Der Wanderer Tomasz Konieczny
Alberich Christopher Purves
Mime Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Fricka Patricia Bardon
Freia Kiandra Howarth
Loge Matthias Klink
Erda Anna Danik
Fafner Oleg Davydov
Fasolt David Soar
Brünnhilde Camilla Nylund
Sieglinde Katie van Kooten
Siegmund Eric Cutler
Hunding Christof Fischesser
Siegfried Klaus Florian Vogt
Hagen David Leigh
Gunther Martin Gantner
Gutrune Lauren Fagan
Waltraute Agnieszka Rehlis

 

Die Premierentermine

Das Rheingold 30 Apr 2022
Die Walküre 18 Sep 2022
Siegfried 5 Mär 2023
Götterdämmerung 5 Nov 2023

Der Ring als Zyklus Spielzeit 23/24

 

Werden Sie Mitglied im Ring-Zirkel!

Sie gewinnen exklusive Einblicke in das Leben und Schaffen Richard Wagners und in die Entstehung des neuen Zürcher Ring, treffen Künstlerinnen und Künstler und sind in Gesellschaft und im Austausch mit opernbegeisterten Menschen und Wagner-Fans. Dabei ist der Ring-Zirkel auf maximal 40 Mitglieder begrenzt. Mit Ihrer Mitgliedschaft unterstützen Sie das Opernhaus Zürich und leisten einen wichtigen Beitrag zur Neuinterpretation von Der Ring des Nibelungen. Die Mitgliedschaft bezieht sich jeweils auf einen der vier Ring-Abende und setzt eine Spende in der Höhe von CHF 5’000 voraus. Diese Spende kann bei Ihrer Steuererklärung zum Abzug gebracht werden. Für Ihre wertvolle Unterstützung zur Neuproduktion von Das Rheingold bedanken wir uns mit Einladungen zu zahlreichen Anlässen, die Sie als Zirkel-Mitglied selbstverständlich in Begleitung besuchen dürfen.

Samstag, 19. März 2022

Festliches Gala-Dinner im Baur au Lac

Wussten Sie, dass Richard Wagner seine Nibelungen erstmals 1853 im Baur au Lac rezitierte? Manchmal gesprochen, manchmal gesungen, stellenweise geflüstert oder lauthals vorgetragen. Am Abend des 22. Oktober 1856 machte Richard Wagner seinem Freund Franz Liszt ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: Im Baur au Lac improvisierte er eine Vorstellung des ersten Aktes von Die Walküre – vierzehn Jahre vor ihrer Uraufführung. Dabei sang er die Rollen des Siegmund und des Hunding selbst, während Liszt am Klavier die ihm unbekannte Partitur vom Blatt spielte. Emilie Heim sang die Sieglinde. Im Petit Palais des Baur au Lac, dem historischen Ort dieser Präsentation, begeben Sie sich zusammen mit Regisseur Andreas Homoki und Dirigent Gianandrea Noseda bei unserem Gala-Dinner auf eine Zeitreise. Freuen Sie sich auf exquisite Speisen und prominente musikalische Gäste.

Damit Ihre Spende von der Steuerbehörde als abzugsfähig anerkannt wird, muss für die Teilnahme am Dinner zusätzlich ein Unkostenbeitrag von CHF 100 pro Person verrechnet werden.

Samstag, 26. März 2022

Konzeptionsgespräch mit Andreas Homoki

Von der Idee zur Konzeption: Als Mitglied im Ring-Zirkel erfahren Sie aus erster Hand, wie Regisseur Andreas Homoki den neuen Zürcher Ring anlegen wird. Auf der Probebühne des Opernhauses erläutert er sein Regiekonzept und zeigt Ihnen exklusiv das Bühnenbildmodell und die Entwürfe für die Kostüme. Im Kreis der Zirkel-Mitglieder bietet sich hier erneut die Möglichkeit eines Austausches mit dem Regisseur. Anschliessend können Sie einer szenischen Probe beiwohnen.

Konzeptionsgespräch 10.00 Uhr, 
Probe von 11.00 bis 14.00 Uhr

Donnerstag, 31. März 2022

Spurensuche in der Villa Wesendonck

Von April 1857 bis Juli 1858 lebte und arbeitete Richard Wagner als Gast des Seidenhändlers Otto Wesendonck in der Villa Schönberg, gleich neben der Villa Wesendonck. Wesendoncks Frau Mathilde, mit der Wagner in einer romantischen Liaison verbunden war, inspirierte ihn in diesen Jahren zu Tristan und Isolde und aus ihren Versen 
gingen die berühmten Wesendonck-Lieder hervor. 

In der historischen Umgebung der Villa Wesendonck erfahren Sie an diesem Abend mehr über Wagners Jahre in Zürich, über den Ring des Nibelungen, und Sie lernen die musikalischen Leitmotive des Opernzyklus’ genauer 
kennen.

Sonntag, 10. April 2022

Einführungsmatinee mit Lunch im Baur au Lac

Jeweils zwei Wochen vor einer Opernpremiere präsentieren Regieteam, Dirigenten sowie Sängerinnen und Sänger ihre Sicht auf die Stücke. Im Bernhard Theater besuchen Sie diese öffentliche Einführungsmatinee und sind anschliessend zusammen mit Andreas Homoki und Sängerinnen und Sängern aus Das Rheingold zu einem exklusiven Lunch im Baur au Lac geladen. Hier bietet sich die Gelegenheit zu individuellen Gesprächen.

Einführungsmatinee 11.15 Uhr, 
Lunch im Baur au Lac ab 12.30 Uhr  

Dienstag, 12. April 2022

Probenbesuch mit Andreas Homoki

Während Ihres Besuchs einer Bühnenprobe im Opernhaus schauen Sie Regisseur Andreas Homoki bei seiner Arbeit über die Schulter und werfen den berühmten Blick hinter die Kulissen. Sie erleben, wie Sängerinnen und Sänger das Stück gemeinsam mit dem Regieteam Szene für Szene erarbeiten. Regisseur Andreas Homoki wird Ihnen im Vorfeld erläutern, worauf er in dieser Probe den Fokus legen möchte. 

Erläuterungen durch Andreas Homoki 17.00 Uhr, Bühnenprobe 18.00 bis 21.00 Uhr 

Samstag, 30. April 2022

Premiere «Das Rheingold»

Am Premierenabend setzen sich all Ihre Erfahrungen, Begegnungen und Gespräche zu einem Ganzen zusammen. Als Zirkel-Mitglied haben Sie für die Premiere ein exklusives Vorkaufsrecht auf zwei der begehrten Premierenkarten in bester Kategorie. Sie erleben das Premierenfieber hautnah, wenn Sie nach einem gemeinsamen Aperitif vor Einlass 
des Publikums die Bühne betreten und den Blick in den Zuschauerraum schweifen lassen. Zur Erinnerung an Ihre grosszügige Unterstützung finden Sie Ihren Namen als Unterstützerin bzw. Unterstützer im Programmbuch des Abends abgedruckt und an der anschliessenden Premierenfeier nehmen Sie am reservierten Tisch für den Ring-Zirkel teil und gratulieren allen Sängerinnen und Sängern persönlich.

Sonntag, 26. Juni 2022

«Tristan und Isolde»

Richard Wagner, inspiriert von seiner Muse Mathilde Wesendonck, komponierte sein radikalstes Werk für das Musiktheater in Zürich. Zu Mathildes Ehren präsentierte er den ersten Akt dieses Ausnahmewerks in privatem  Rahmen in der Villa Wesendonck. Regisseur Claus Guth setzt mit seiner psychologisch feinsinnigen Zürcher Inszenierung bei dieser ausserehelichen Leidenschaft an: Die Protagonisten bewegen sich in Räumen, wie sie in der Villa Wesendonck existiert haben könnten. In dieser Wiederaufnahme am 26. Juni 2022 gibt die Sopranistin Camilla Nylund, die wir später als Brünnhilde erleben werden, ihr Rollendebüt als Isolde. Als Tristan steht ihr der schwedische Tenor Michael Weinius zur Seite und Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda übernimmt die Musikalische Leitung.

Zirkel-Mitglieder, die sich dem Wagner-Rausch voll und ganz hingeben möchten, haben ein Vorkaufsrecht auf beste Karten zu dieser glanzvollen Wiederaufnahme. Für Sie sind Plätze in unserem Restaurant Bernadette reserviert, wo Sie vor der Vorstellung und in den Pausen à la carte speisen können. Im Anschluss an die Vorstellung treffen Sie Gianandrea Noseda und weitere Künstlerinnen und Künstler des Abends exklusiv bei einem Meet & Greet im Spiegelsaal. 

September 2022

Ring-Zirkel zu «Die Walküre»

Der illustre Ring-Zirkel ist auf maximal 40 Mitglieder begrenzt. Als Mitglied des Ring-Zirkels zu Das Rheingold ist Ihnen auf Wunsch ein Platz im Ring-Zirkel zu Die Walküre reserviert. Auch zu dieser Neuproduktion, wie auch zu den Premieren von Siegfried und Die Götterdämmerung, werden wir ein Begleitprogramm mit überraschenden Einblicken und persönlichen Begegnungen zusammenstellen. 

Spielzeit 23/24

Grande Finale - «Der Ring des Nibelungen»

Wenn der komplette Ring geschmiedet ist und in der Saison 23/24 erstmals als Zyklus aufgeführt wird, wird die Kartennachfrage auch von internationalen Wagnerianerinnen und Wagnerianern überwältigend sein. Als Mitglied des Ring-Zirkels erhalten Sie ein Vorkaufsrecht auf zwei Zyklus-Karten der besten Kategorie.

Wir freuen uns sehr, Sie als Mitglied des Ring-Zirkel begrüssen zu dürfen.

Katherine Waldvogel, Leiterin der Geschäftsstelle der Freunde der Oper Zürich, steht Ihnen gern für etwaige Fragen oder Ihre Anmeldung zur Verfügung unter +41 44 268 66 39 oder Enable JavaScript to view protected content..

«Vollendet das ewige Werk!»

Wotan